Früherkennung ist Trumpf: Altersblindheit ist vielfach vermeidbar

Etwa 32% der blinden Deutschen sind zwischen 60 und 80 Jahre alt. Bei der Altersgruppe über 81 liegt der Wert sogar bei knapp 40%. Hinzu kommen Millionen Menschen, die sehbehindert sind oder zumindest eine(sehr) starke Sehstärkenbeeinträchtigung aufweisen, die auf eine so genannte altersabhängige Makuladegeneration (AMD)  zurückzuführen ist.

Verschiedenen Schätzungen zufolge sind in Deutschland etwa fünf Millionen Menschen betroffen. Gleichzeitig ist der Begriff „AMD“ den meisten Augenarzt-Patienten weitgehend unbekannt: Nur 16% der Bundesbürger können mit der Indikation etwas anfangen.

Diese Zahlen erscheinen in einem Land wie Deutschland, wo die augenärztliche Grundversorgung und Aufklärung auf einem überaus hohen Niveau stattfindet, durchaus erschreckend. Bleibt eine AMD unbehandelt, führt die altersabhängigen Makuladegeneration nämlich nach und nach zu einer vollständigen Erblindung.  Wird die AMD dagegen frühzeitig diagnostiziert, stehen die Heilungschancen auch im  hohen Alter gut.

Da die Erkrankung schleichend Anlauf nimmt, müssen Menschen im fortgeschrittenen Alter zunächst selber sehr genau auf die Symptome achten: Wenn Sie plötzlich nur noch schwer lesen oder Gesichter erkennen können oder Probleme beim Autofahren haben, sollten Sie sogleich den Augenarzt Ihres Vertrauens darauf aufmerksam machen. Nicht immer ist eine altersabhängigen Makuladegeneration dafür verantwortlich – doch Vorsicht ist bekanntlich besser als Nachsicht.

Sehzellen, die mit einer fortschreitenden Erkrankung verloren gehen, können wohlgemerkt nicht mehr wiederhergestellt werden. Betroffene mit einer so genannten feuchten Makuladegeneration, die deutlich häufiger zu einem schweren Sehverlust führt, können womöglich mit Hilfe von VEGF-Hemmern (Ranibizumab, Bevacizumab, Pegaptanib) stabilisiert werden. Langfristiges Ziel ist es, die feuchte Form in eine trockene Makuladegeneration umzuwandeln. Auch hierbei zählt jeder Tag.