Frühwarn-App schützt vor Augenkrebs bei Kindern

Das Retinoblastom beschreibt eine besondere Ausprägung von Augenkrebs, die Neugeborene und Kleinkinder betrifft (wir berichteten). Das naheliegende Problem: Kinder können, obwohl sie womöglich Schmerzen und/oder ein Druckgefühl im betroffenen Auge bzw. den betroffenen Augen verspüren, das Problem nicht verbalisieren. Dies erschwert die Früherkennung nachhaltig und erklärt, weshalb die Erkrankung in über 80% der Fälle zunächst von den Eltern und nicht einem Arzt entdeckt wird. Insbesondere liegt der Verdacht dann nahe, wenn man auf Fotos mit Blitzlicht einen weißen Schleier auf dem betroffenen Auge erkennen kann. Die Erkrankung trifft in der Regel bis zum fünften Lebensjahr auf und wird in etwa der Hälfte der Fälle vererbt.

Die gute Nachricht: Wird ein Retinoblastom rechtzeitig erkannt, kann es in der Regel chirurgisch restlos entfernt werden. Die Sehkraft des Kindes bleibt bei einem erfolgreichen Ausgang des Eingriffs in der Regel erhalten. Bei kleinen Tumoren hilft womöglich auch eine gezielte Bestrahlung. Am Ende des Tages sind die Heilungschancen im Vergleich zu anderen Krebsarten gut – nur muss die Erkrankung dafür wie bereits erwähnt rechtzeitig erkannt werden.

Eine kostenfreie Smartphone-Applikation soll die Heimdiagnose fortan erleichtern. Das „White Eye Detector“ getaufte Programm macht sich das beschriebene Schleierphänomen auf Fotos zunutze. So kann die App automatisch alle auf dem Smartphone gespeicherten Aufnahmen nach Auffälligkeiten in der Augenpartie durchsuchen. Dabei dient der „White Eye Detector“ wohlgemerkt nur der ersten Indikation anstatt einer eindeutigen Diagnose – schließlich bedeutet nicht jede weiße Pupille auch automatisch Krebs. In vielen Fällen kann die Logik von einer simplen Überbelichtung in die Irre geführt werden.

Fernab potentieller Fehlalarme kann die App am Ende des Tages dem einen oder anderen Kind das Augenlicht retten. Schon heute sind Fälle bekannt, die ohne die App womöglich nicht so schnell bei einem Augenarzt vorstellig geworden wären.