Französisches Startup entwickelt anpassungsfähige Brille für AMD-Patienten

Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist eine der größten Herausforderungen der modernen Augenheilkunde: Mit der zunehmenden Alterung der Gesellschaft erhöht sich die Anzahl der Fälle Jahr für Jahr. Die fortschreitende Zerstörung der Sinneszellen an der Stelle des schärfsten Sehens (Makula) kann gemildert und gestoppt, bislang jedoch nicht rückgängig gemacht werden. Bei der Gruppe der über 65-jährigen ist die AMD daher heute die häufigste Ursache für schwere Sehbeeinträchtigungen.

Betroffene Patienten können je nach Stadium der Erkrankung in der Mitte ihres Sichtfeldes nicht mehr scharf sehen. Auch kommt es stellenweise zu Schwierigkeiten bei der Wahrnehmung unterschiedlicher Farben. Stattdessen sehen AMD-Patienten mit der Zeit einen gräulichen, verschwommenen Schatten. Genau diesen Menschen will nun das in Paris ansässige Startup LightVision helfen. Das Unternehmen hat eine Spezialbrille entwickelt, die die Umgebung zunächst filmt und anschließend an den individuellen Stand der Sehkraft beim jeweiligen AMD-Betroffenen optimiert wiedergibt. Dabei wird das Bild – vereinfacht gesprochen – auf die noch intakten Stellen der Netzhaut projiziert, so dass der Patient schlichtweg mehr sehen kann.

Die Brille, die sich optisch nicht wesentlich von einer speziellen Sonnenbrille für Sportler unterscheidet, arbeitet dazu mit einer Blickerfassungstechnologie (Eye-Tracking), die den genauen Stand der Augen erkennt. Dies ist eine Grundvoraussetzung für die passgenaue Aussteuerung des gefilmten Bildes. Mit einem fortschreitenden Krankheitsverlauf kann die Aussteuerung individuell nachjustiert und verlagert werden.

Aktuell arbeitet LightVision an der weiteren Miniaturisierung der Technik. Wenn weiterhin alles nach Plan läuft sollen die ersten Exemplare noch in diesem Jahr auf den Markt kommen. Zu welchem Preispunkt das Gerät vertrieben werden soll ist gegenwärtig unklar.