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Fehlsichtigkeit: Rekordverdächtiges Massenscreening in China setzte Standards

Die medizinische Versorgung in China steckt trotz des rapiden wirtschaftlichen Aufstiegs gerade in den ländlichen Gebieten des Megareichs noch immer in den Kinderschuhen. Gut ausgebildete und zeitgemäß ausgestattete Fachärzte sind rar – teilweise müssen Menschen weit reisen, um einen solchen Spezialisten zu sehen. Das Bild wandelt sich allerdings heute schneller als jemals zuvor, da die chinesische Regierung das strukturelle Problem erkannt und verschiedene Gegenmaßnahmen ergriffen hat. Bis China auch in den entfernteren Ecken eine medizinische Versorgung nach westlichen Standards gewährleisten kann, dürften allerdings noch viele Jahre ins Land gehen.

Die Lücken der letzten Jahrzehnte lassen sich besonders deutlich bei der Augengesundheit der rund 1,34 Milliarden Chinesen ablesen: Fehlsichtigkeiten sind überdurchschnittlich stark ausgeprägt und oftmals nicht richtig korrigiert. Ein gesamtheitlicher Stand zur Augengesundheit des Volkes war mangels Infrastruktur lange Zeit nicht gegeben: Während die Beobachtung, Aufklärung und Versorgung in Ballungszentren wie Shanghai vergleichsweise gut funktionieren, fehlt dem Staat eine ganzheitliche Meta-Betrachtung als Ausgangssituation für großangelegte Gegenmaßnahmen.

Im Rahmen des Programms „Vision 2020“ der Weltgesundheitsorganisation WHO sollen die großen Industrienationen Maßnahmen ergreifen, um spätestens anno 2020 jede vermeidbare Erblindung zu verhindern. China zog bereits vor vier Jahren die Konsequenzen und führte staatliche Massenscreenings durch. Im Großraum Peking nahmen 2012 mehr als 560.000 Menschen zwischen 55 und 85 Jahren an den Untersuchungen teil – dies entspricht rund 80% der als Zielgruppe identifizierten Bürger.

Es dürfte sich dabei um den weltweit größten organisierten Augen-Check überhaupt handeln. Um den großen Ansturm zu bewältigen mussten vorab über 2.500 Hochschulabsolventen in Augentechnik geschult werden. Durch die Aktion erlangte das öffentliche Gesundheitswesen Chinas eine hervorragende Datenbasis zur Bewertung der allgemeinen Augengesundheit. Am Ende wurde bei rund 10 Prozent der Probanden mindestens auf einem Auge eine Sehschwäche diagnostiziert.

Von |2019-02-11T14:09:59+02:008. März 2016|Tags: , , , , , |
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