Fehldiagnosen: Sehschwäche bei Senioren wird häufig falsch eingeordnet

Sehschwächen im hohen Alter sind wahrlich keine Seltenheit: Bereits ab dem 40. Lebensjahr kann sich die so genannte Altersweitsichtigkeit einstellen. Die Linse verliert nach und nach an Flexibilität und kann sich nicht mehr ausreichend auf die Nahsicht einstellen. Problematisch ist auch die Tatsache, dass die für das Scharfstellen zuständigen Muskeln mit fortschreitendem Alter ermüden.

Wer regelmäßig zur Vorsorge geht, muss in der Regel nichts befürchten. Ein Nachlassen der Sehkraft muss dank Brillen und Kontaktlinsen schon lange keinen Verlust an Lebensqualität bedeuten. Problematisch wird es nur, wenn die Augenprobleme zu einer Fehldiagnose führen. Gerade im Seniorenalter wird schlechtes Sehen – so beispielsweise präsent durch Orientierungslosigkeit – mit Symptomen der Demenzerkrankung verwechselt. Dass das Problem womöglich an einer falsch abgestimmten Sehhilfe liegt, wird auch Mal von einem erfahrenen Mediziner übersehen.

Alternativ wird in manchen Fällen eine Depression vermutet,  obwohl die Psyche des Betroffenen kerngesund ist. Es folgt eine Überweisung zum Psychiater. Der Grund: Anhaltend schlechte Sicht führt häufig zu Lethargie und Lustlosigkeit – Symptome, die auch bei einer depressiven Verstimmung auftreten.

Besonders in Alten- und Pflegeheimen mahnen Augenärzte zur erhöhten Wachsamkeit. Denn während hier Blut- oder Harnwerte der Bewohner regelmäßig auf den Prüfstand gestellt werden, wird der Check der Sehkraft hier und da vernachlässigt. Da kann es schon Mal vorkommen, dass Patienten als blind eingestuft werden, obwohl sie mit einer entsprechend abgestimmten Brille noch gut sehen könnten.

Grundsätzlich gilt: Auch in einem sehr hohen Alter ist ein regelmäßiges Vorsprechen beim Augenarzt unabdingbar.