Farbenblindheit: Ursachen, Formen & Symptome

Farbenblindheit
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Mit dem Begriff der Farbenblindheit werden verschiedene Formen von erblich bedingten oder erworbenen Sehstörungen beschrieben. Sind Betroffene farbenblind, können sie entweder manche Farben nur eingeschränkt (Dichromasie oder Monochromasie) oder ganz und gar nicht wahrnehmen (Achromasie). Alle Formen der Farbenblindheit beruhen auf fehlenden oder nicht funktionierenden Sinneszellen auf der Netzhaut des Auges.

Arten

Bei der Farbenblindheit können zwei Arten unterschieden werden:

  • okulare Farbblindheit: Diese Art basiert auf fehlenden oder nicht funktionierenden Sinneszellen der Netzhaut des Auges ist angeboren.
  • cerebrale Farbenblindheit: Bei dieser Art liegt die Ursache in neurologischen Störungen, bei denen die Sinnesinformationen nicht richtig von der Netzhaut des Auges zum Sehzentrum des Gehirns weitergeleitet werden. Die erworbene Form der Farbblindheit kann nach einem Schädel-Hirn-Trauma, Schlaganfall oder anderen Gehirnläsionen auftreten.

Formen der okularen Farbblindheit

Die okulare Farbenblindheit kann in verschiedene Formen unterteilt werden. Dabei sind die Formen abhängig von der Anzahl und der Art der defekten Zapfen auf der Netzhaut des Auges. Man unterscheidet folgende Formen:

  • totale Farbblindheit (Achromasie): Betroffene können nur Graustufen unterscheiden und leiden zusätzlich meist an mangelnder Sehschärfe und Lichtempfindlichkeit. Diese Form wird autosomal-rezessiv vererbt und betrifft alle Zapfentypen beide Augen.
  • Rot-Grün-Blindheit: Bei dieser vererbten Form sind entweder die Zapfen für Rot (Protanopie) oder Grün (Deuteranopie) nicht vorhanden oder funktionslos. Erkrankte nehmen also nur zwei von drei Farben wahr. Betroffene mit fehlenden Grünzapfen können keinerlei grüne Objekte wahrnehmen und verwechseln Rot und Grün aufgrund des fehlenden Kontrastes.
  • Blaublindheit: Bei der Blaublindheit (Tritanopie) sind die licht-sensitiven Zapfen für das Blau-Sehen nicht auf der Netzhaut ausgebildet. Betroffene können Farben im Blauspektrum nicht sehen und bilden visuelle Eindrücke aus den Farben Gelb, Rot und in Grau-Abstufungen.
  • Blauzapfen-Monochromasie: Diese Form ist ähnlich zu der Achromasie, wird ebenfalls vererbt, enthält aber eine größere Restsichtigkeit im Blaubereich der Farbwahrnehmung.

Welche Ursache kann eine Farbenblindheit haben?

Für ein gesundes Farbsehen des Menschen sind bestimmte Photorezeptoren der Netzhaut, die Zapfen, verantwortlich. Diese Lichtsinneszellen kommen auf der Netzhaut in drei Typen vor, wobei jeder Zapfentyp für die Wahrnehmung einer anderen Farbe verantwortlich ist. Einer ist für die Wahrnehmung von Rot, einer für Grün und einer für Blau zuständig. Alle anderen Farben ergeben sich durch eine Mischung der unterschiedlichen Lichtstrahlen.

Bei Betroffenen einer angeborenen okularen Farbenblindheit kommt es aufgrund eines Gendefektes zur Schädigung einer oder aller Zapfenarten. Dies führt in der Folge zu Sehstörungen in der Farbwahrnehmung.

Betroffene einer cerebralen Farbenblindheit haben eine Störung in der Verarbeitung der Farbwahrnehmung zwischen Auge und Gehirn. So liegt die Ursache nicht im Auge selbst, sondern in nachgeschalteten Gehirnarealen. So sehen Betroffene weiterhin scharf und verfügen über intakte Lichtsinneszellen, die Signale der aufgenommenen Lichteindrücke gelangen jedoch nicht in den visuellen Kortex.

Begleitende Symptome bei einer Farbblindheit

Bei vielen Betroffenen einer Farbblindheit kommt es zu begleitenden Symptome wie:

  • teilweise oder vollständige Farbblindheit
  • Nystagmus (Augenzittern)
  • erhöhte Lichtempfindlichkeit
  • eingeschränkte Sehschärfe

Diagnose

Zunächst untersucht der Augenarzt den allgemeinen Gesundheitszustand des Erkrankten und befragt ihn nach möglichen (Vor-) Erkrankungen. Oft werden zur Eingrenzung einer möglichen Farbenblindheit bestimmte Fragen gestellt, die darauf abzielen die tägliche Farbwahrnehmung zu überprüfen. Zur Feststellung einer Farbenblindheit verwendet der Augenarzt meist die sogenannten „pseudoisochromatischen Tafeln“. Dabei werden vor einem farbigen Hintergrund andersfarbige Sehzeichen (Zahlen, Buchstaben, Figuren) eingesetzt. Normalsichtige sehen dabei den farbigen Unterschied zwischen Sehzeichen und dem Hintergrund. Farbblinden erscheinen die Sehzeichen und der Hintergrund gleichfarbig und sie können keinen Unterschied wahrnehmen. Ein weiteres Diagnoseverfahren ist das sog. Elektroretinogramm, dass es möglich macht die Funktion von Stäbchen und Zapfen im Auge getrennt zu beurteilen. Um eine genetische Ursache abzuklären kann eine Blutanalyse durchgeführt werden, um gezielt die Achromatopsie-Gene zu untersuchen.

Therapie

Für die angeborenen Formen der Farbenblindheit gibt es derzeit keine Therapie. Die Wissenschaft hofft, im Rahmen der genetischen Forschungen in den nächsten Jahren vielversprechende Ergebnisse zu erzielen.

Hoffnung gibt es für Patienten mit einer Rot-Grün-Farbsehstörung. In diesem Bereich wurden in den letzten Jahren Brillen entwickelt, die eine bessere Wahrnehmung der Farben ermöglichen.

Unterscheidung Farbblindheit und Farbsehschwäche

Es gibt einen klaren Unterschied zwischen einer Farblindheit und einer Farbsehschwäche. Auch wenn beide Begriffe im deutschem Sprachgebrauch synonym verwendet werden, gibt es folgende Einteilung:

  • Bei einer Farbblindheit sind die drei Zapfentypen funktionslos oder gar nicht erst vorhanden. Fehlende Zapfen für die Farbe Grün (Deuteranopie) führen z.B. dazu, dass es Betroffenen nicht möglich ist grüne Objekte wahrzunehmen.
  • Menschen mit einer Farbschwäche haben funktionsfähige Zapfenarten, die nur in ihrer Funktion eingeschränkt (Anomalie) sind.
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