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“Faces behind glasses” mit Thomas Rath

Viele kennen den sympathischen Brillenträger als ehemaligen Juror von Germany’s Next Topmodel. Der deutsche Modedesigner und erfolgreiche Unternehmer Thomas Rath steckt die Menschen mit seiner positiven Art förmlich an. Lesen Sie im „Faces behind glasses“-Interview wie er seine Leidenschaft zur Mode entdeckte und wie wichtig Brillen für ihn in der Welt der Mode sind.

Welche Person steckt hinter der Brille?

„Sich selber zu beschreiben ist immer schwierig, aber ich denke, ich bin ein sehr lebensfroher, positiver Mensch, dessen größte Leidenschaft sein Beruf ist. Ich bin Designer und Unternehmer. Wahrscheinlich macht mich gerade diese Abwechslung im Berufsalltag zu einem spontanen Menschen. Ich nehme jede Veränderung erstmal positiv und mit einer Portion Humor wahr. Ich bin allerdings auch ein Perfektionist, was Fluch und Segen zugleich ist.“

Wann haben Sie ihre Leidenschaft für die Mode entdeckt?

„Meinen Faible für Mode habe ich von meiner Oma. Ich habe sie damals schon für ihren herausragenden Stil bewundert, denn sie legte immer Wert auf hochwertige Kleidung. Sie war Haute Couture Kundin in Paris, war also am Puls der Zeit. Damals trug sie oft figurbetonte Kleider und hatte eine sehr weibliche Ausstrahlung. Diesen besonderen Stil hat sie an meine Mutter weitergegeben, die auch heute noch eine wichtige Inspirationsquelle für mich ist, aber gleichzeitig auch schärfste Kritikerin. Diese stilvolle Weiblichkeit, die mich damals schon inspiriert hat, versuche ich in jeder meiner Kollektionen aufzugreifen, um meiner Kundin die Möglichkeit zu geben, auch die eigene Weiblichkeit gekonnt zu unterstreichen.“

Seit wann tragen Sie eine Brille?

„Ich trage seit vielen Jahren Brille. Glücklicherweise ist sie heute keine reine Sehhilfe mehr, wobei ich im Beruf nicht auf sie verzichten möchte. Schließlich muss ich als Designer an den noch so kleinen Details, wie Nähten oder Mustern arbeiten können. Die Brille ist heute aber auch eines der wichtigsten Accessoires, gleichzeitig Styling-Statement und eines meiner Markenzeichen, weshalb ich auch gerne Brillenträger bin.“

Wie viele Brillen besitzen Sie?

„Ich habe regalweise Brillen. Ich muss ständig Brillen kaufen. Man könnte meinen, ich hätte den Beruf verfehlt. Wie viele Brillen es tatsächlich sind, weiß ich gar nicht so genau. Da müsste ich wohl einmal genau nachzählen.“

Haben Sie eine Lieblingsbrille?

„Gerade trage ich eine MYKITA, mal sehen wie lange noch. Das ändert sich immer mal wieder je nach Laune, Look oder Trend, da eine Brille nicht mehr nur eine langweilige, ungewollte Sehhilfe, sondern ein Fashion Must-have ist, egal ob Sonnenbrille oder normale Brille.“

Nach welchen Kriterien suchen Sie eine Brille aus?

„Das ist ganz unterschiedlich. Ich habe einige Brillen, die mit ihren dezenten Rahmenfarben in Brauntönen echte Allrounder sind und sich zu jedem Look kombinieren lassen. Ansonsten darf es aber auch gerne mal eine auffällige, trendige Farbe sein. Seit Jahren sind besonders Brillen mit großen Gläsern angesagt. Ich finde, dass gerade solche Brillen ein sexy Statement sind und die großen Brillengläser sind außerdem sehr angenehm im Hinblick auf den Sehkomfort.  Ich bin auch ein totaler Sonnenbrillen-Fan! Sonnenbrillen sind für mich oft unverzichtbare Accessoires, die einen Look direkt viel stylischer und richtig rund machen. Das kann die ganz klassische Retro-Brille im Wayfarer-Style sein oder auch die Pilotenbrille mit verspiegelten Gläsern.“

Fühlen Sie sich selbst mit Brille anders?

„Angezogener. Eine Brille ist wie ein Hut, eine Fliege, ein Gürtel, eine schöne Uhr ein wichtiges Accessoire, das den Look komplettiert. Ich finde, eine Brille lässt das gesamte Outfit direkt vollständig und zu Ende gedacht wirken.“

Könnten Sie sich ein Leben ohne Brille vorstellen?

„Nein, abgesehen davon, dass eine Brille für mich ohnehin der ständige Begleiter ist, gehört sie zu meinem persönlichen Stil. Ich bin ein absoluter Brillen-Fan und ich denke, man verbindet mich mittlerweile auch mit einer Brille, so wie mit der typischen Thomas Rath-Schleife oder dem Hut. Ich bin ein unglaublich detailverliebter Mensch. Das spiegelt sich in meinen Kollektionen durch viele kleine, raffinierte Gimmicks wider, aber auch in meinem eigenen Style. Deshalb gehört für mich die Brille zu meinem Everday-Look dazu.“

Was inspiriert Sie in Ihrer täglichen Arbeit?

Thomas Rath Credit Jan Kohlrusch

© Jan Kohlrusch

„Mich inspiriert meine potenzielle Kundin, denn sie möchte ich mit meiner Mode schön machen. Ich überlege immer, wie meine Kundin aussieht, was sie sich wünscht und mit welchem Stil ich sie begeistern kann. Meine Semi Couture Kollektion sowie „THOM by Thomas Rath“ stehen daher immer für einen bestimmten Lifestyle, den ich rüberbringen möchte – die Frau, die meine Mode kauft, soll sich mit einem Kollektionsteil oder kompletten Look ein Lebensgefühl kaufen. Für meine QVC-Kollektion ist das beispielsweise der glamourös-rockige Streetstyle der Stars in Hollywood. Einen großen Teil meiner Inspiration ziehe ich außerdem aus meinen Reisen. Mallorca ist für mich wie eine zweite Heimat und dort kann ich super gut abschalten. Die Kreativität stellt sich dann von selbst ein.“

Welche Brille zählt für Sie im Jahr 2018 zu den Must-haves?

„Da kann ich mich gar nicht festlegen. 2018 ist der Retro-Look so richtig zurückgekehrt, passend dazu sind Sonnenbrillen mit eckigem Rahmen total angesagt. Ich trage die auffälligen Statement-Brillen mit großen Gläsern und breiten Rahmen selber sehr gerne und sie stehen auch vielen. Die klassische Pilotenbrille, ob mit getönten Gläsern oder mit dünnem Rahmen und transparenten Brillengläsern ist für mich dieses Jahr auch nach wie vor ein Must-have. Gerade Pilotenbrillen sind besonders zeitlos. Das mag ich sehr.“

Haben Sie schon Mal mit dem Gedanken gespielt, eine eigene Brillenkollektion zu designen?

„Tatsächlich wäre das ein spannendes Projekt, denn es gibt so viele verschiedene Form- und Farbvarianten für jeden Typ. Es würde mir sicher großen Spaß machen, allerdings würde es wahrscheinlich die Brillenkollektion mit den meisten Modellen werden, die jemals jemand entworfen hat.“

Was darf für einen perfekten Look, neben einer Brille/Sonnenbrille Ihrer Meinung nach nicht fehlen?

„Ein perfekter Look lebt von guten Schnitten, hochwertigen Materialien und bewusst eingesetzten Accessoires. Ausschlaggebend ist, was der Trägerin gefällt und worin sie sich wohlfühlt. Besonders gelungen ist ein Look meiner Meinung nach, wenn er der Figur schmeichelt und einen Lifestyle ausstrahlt. Zu einer Sonnenbrille passt ein Mix aus sportiver Eleganz und urbaner Lässigkeit. Das kann zum Beispiel ein Look mit Stil- und Materialmix sein – eine rockige Lederjacke, darunter ein leichtes Sommerkleid mit floralem Muster, dazu ein schöner Ankle-Boot. Die Sonnenbrille kann natürlich auch zu einem lässigen Look rund um die Lederjacke kombiniert werden, wie mit einem schlichten Top, einer gut sitzenden Jeans und Sneakern. Oder auch zu einem Hosenanzug, der dieses Jahr besonders in auffälligen Farben angesagt ist. Eine Sonnenbrille macht diesen Look selbstverständlicher und selbstbewusster. Es gibt unzählige Möglichkeiten, in denen eine Brille den Look sinnvoll und gekonnt unterstreicht.“

Vielen Dank Thomas Rath für das ausführliche und spannende Interview!

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Von |2018-06-19T14:20:13+00:009. Mai 2018|
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