Faces behind Glasses mit Sarah Dauterman

Nach einem Auslandssemester in Paris und einer kleinen Weltreise, tauschte Sarah Dauterman ihre geplante Karriere als Finanzberaterin ein, um ihren Lebenstraum zu verwirklichen und gründete ihr Brillenlabel Volterre. Wir hatten das große Vergnügen die Unternehmerin, Designerin und Powerfrau zu interviewen.

Was hat Sie an Paris am meisten begeistert, als sie das erste Mal ankamen?

„Die kleinen Dinge – die Tatsache, dass die Stadt Ende Januar noch immer mit den schönen und aufwendigen Weihnachtsdekorationen geschmückt ist, dass man großartigen Wein und Käse für nur 2€ kaufen kann oder dass man um 4 Uhr morgens nach einer langen Nacht vom Taxi aus Jahrhundertealte Denkmäler in der Reflektion der Seine sieht. Am meisten von allem jedoch, dass man bei jeder Metrostation komplett einzigartige und unglaublich schöne Ecken entdecken kann!“

Sie haben schon lange davon geträumt, Modedesignerin zu werden. Was war der Anlass, dass sie sich entschieden haben, Sonnenbrillen zu designen?

„Dass ich Modedesignerin werde, wirkte immer wie ein weit hergeholter Traum, der niemals wahr werden würde – bis ich dann im Zuge eines College Austauschprogramms nach Paris gegangen bin und dort von den Inhabern der kleinen Geschäfte, den Künstlern und den Designern inspiriert wurde. Zu diesem Zeitpunkt studierte ich Finanzen, doch in diesem Semester wurde mir klar, dass ich meinem Traum folgen musste.“

Sie haben in der Modeindustrie bei null angefangen. War es anfangs sehr schwer in dieser Industrie Fuß zu fassen?

Volterre-Kollektion„Es ist immer noch schwer! Da ich aus dem Consulting komme und im Studium nur gelernt habe, wie die verschiedenen Industrien arbeiten, fand ich die Bräuche der Modeindustrie anfangs merkwürdig, besonders die Beziehungen zwischen den Marken und Einzelhändlern. Manchmal möchte ich einfach meine eigenen Richtlinien entwickeln und den Status Quo anfechten, andere Male habe ich das Gefühl, dass ich lernen muss „das Spiel zu spielen“ um erfolgreich zu sein. Langsam aber sicher habe ich jedoch den Dreh raus, strategische Entscheidungen für meine Brand zu treffen.“

Ihre Kollektion ist von den Orten Las Vegas, Bali und Paris inspiriert. Was hat Sie an diesen am meisten inspiriert?

„Paris war selbstverständlich, da ich in meiner Zeit dort dazu inspiriert wurde, die Linie zu starten. Die Stadt hat dieses Etwas, dass sich für mich schon immer richtig angefühlt hat – ich kann mich einfach mit der Kultur identifizieren. Als ich zurück nach Asien ging, um mit meiner Kollektion anzufangen, bin ich mit einem Freund nach Bali gereist. Das war definitiv eine der glücklichsten Zeiten meines Lebens, weil ich endlich meinem Traum folgte und zudem einen der schönsten Orte der Welt sehen durfte. Da wusste ich, dass ich diesem Ort ein Paar widmen muss. Für Vegas wollte ich schon immer einen Off-beat Guide machen, weil es einfach so viel abseits des Strips gibt, dass ich mit anderen teilen wollte. Die „Dunes Cat-Eye“ Brille war der perfekte Rahmen für die Retro-Glam Geschichte des Ortes.““

Haben Sie schon eine neue Kollektion mit einer neuen Stadt oder einem neuen Land geplant?

„Ja! Ich habe drei neue Styles für Frühjahr 2018 geplant. Meine Reise nach Kolumbien hat mir für einen weiteren Style und Reiseblog inspiriert. Die anderen zwei sind jedoch eine Überraschung! Ich hoffe, dass mit dem Reiseblog und Instagram Feed, Volterre zu einer go-to Plattform für Reiseinspirationen wird. Also bleibt dran!“

Welche Nachricht möchten Sie durch Ihre Markenpolitik an die Menschen vermitteln?

Volterre-Kollektion„Meine Sonnenbrillen und meine Marke repräsentieren die Inspiration, die ich durch das Reisen fand – die Inspiration meinen Träumen zu folgen. Durch das Tragen der Sonnenbrillen, die Geschichte der Marke und durch das Lesen der „Volterre Voyage“ Reiseführer, die sie auf die jeweilige Brille beziehen, hoffe ich, dass die Volterre-Träger dazu ermutigt werden, abenteuerlich zu sein und dadurch dasselbe erbauliche Erlebnis erfahren, wie ich es tat.“

Sie spenden 3% des Preises an die Organisation FLYTE. Wie kam diese Kooperation zustande und warum ist genau diese für Sie so wichtig?

„Ich versuche durch Volterre eine kraftvolle Nachricht zu vermitteln, die weit über die Brillen hinausgeht. Meine Reiseerfahrungen haben meine Sichtweise auf das Leben komplett verändert, in dem es mein Welt- und Menschenbild erweitert hat, meine eigene Leidenschaft hervorbrachte und mich dazu inspiriert hat meinem Traum zu folgen. Ich bin mir zu 100% sicher, dass mein Leben komplett unterschiedlich wäre (Volterre würde nicht existieren), wenn ich damals nicht in Paris studiert und in Bangkok gearbeitet hätte. Reisen ist ein Luxus und ich bin der Meinung, dass jede Person ein solches Augen öffnendes und stärkendes Erlebnis verdient – besonders jene, die kaum die Möglichkeit haben, aus ihrer eigenen Nachbarschaft herauszukommen. Es war schwer eine Organisation zu finden, welches genau dieses Ziel verwirklichte, doch dann fand ich FLYTE.

FLYTE arbeitet mit Schulen in unterprivilegierten Regionen zusammen, um internationale Studienreisen zu finanzieren und zu koordinieren. Jeder Schüler muss vor der Reise bestimmte Kurse belegen, um sein Reiseerlebnis zu optimieren. Zum Beispiel mussten Schüler der Anacosta High-School alles über die kubanische Kunst und Musik lernen, bevor sie dann Bilder dieser Künstler live gesehen haben. FYTE ist großartig, weil jeder Cent der Spenden direkt in gut organisierte Reisen und Ausflüge fließt, da der Gründer die Durchführungskosten selbst deckt. Ich bin nicht nur der Meinung, dass solche Erfahrungen den Schülern helfe, ihre eigenen Ziele zu identifizieren und zu verwirklichen, sondern gibt es ihnen zudem ein Gefühl der Erfüllung durch Bildung. Ich glaube, dass dies sie weltoffener macht, was eines Tages hoffentlich zu einer friedlicheren Welt führen könnte.“

Vielen Dank für das Interview und die tolle Zusammenarbeit!