Die verschiedenen Formen der Ametropie im Überblick

Der Begriff „Ametropie“ ist dem Laien für gewöhnlich nicht bekannt. Häufig wird die Bezeichnung, die aus dem Altgriechen kommt und so viel wie „Missverhältnis im Auge“ bedeutet, mit „Fehlsichtigkeit“ gleichgesetzt – was allerdings falsch ist und unnötigerweise Verwirrung stiftet.

Der Profi versteht darunter einen Zustand, bei dem der Augapfel einen optisch in der Unendlichkeit liegenden Gegenstand nicht korrekt auf der Netzhaut abbilden kann. Die Einordnung unter „Fehlsichtigkeit“ ist nicht zutreffend, da ein Großteil der Menschen ametrope Augen hat. Somit ist die Ametropie ein normaler und keineswegs ein abnormaler Zustand.

Im Detail unterscheidet der Augenarzt verschiedene Arten und Ausprägungen von Ametropien. Besonders bekannt sind die Hyperopie (Weitsichtigkeit, Übersichtigkeit) sowie die Myopie (Kurzsichtigkeit). Bei der letzteren liegt ein Abbildungsfehler vor, bei dem weit entfernte Objekte unschärfer erscheinen als näher gelegene Objekte. Im Gegensatz dazu liegt bei der Hyperopie ein Augapfel vor, der im Verhältnis zu seiner Brechkraft zu kurz ausfällt bzw. bei dem die Brechkraft zu gering ist.

Eine weitere, weniger verbreitete Form der Ametropie ist der Astigmatismus. Hierbei liegt ein Zustand vor, bei dem parallel einfallende Lichtstrahlen abhängig von ihrer jeweiligen Einfallsebene unterschiedlich stark gebrochen werden. Auch hier kann man nicht gleich von einer Abnormalität sprechen, gilt doch ein Astigmatismus bis zu 0,5 Dioptrien als normal. Darüber hinaus können unter anderem als Folge von Erkrankungen weitere, deutlich seltenere Ametropien diagnostiziert werden.

Der medizinische Gegenbegriff zur Ametropie lautet „Emmetropie“. Dieser bezeichnet ein Auge, welches ohne gesonderten Akkommodationsaufwand einen optisch unendlich weit entfernten Gegenstand scharf abbilden kann. In der Augenheilkunde ist ein emmetropes Auge einem „normalsichtigen“ Auge gleichzusetzen.