Deutsche Profikicker trainieren mit Spezialbrille von Nike

Spezialbrillen im Leistungssport sind keine Seltenheit: Wer beispielsweise die US-amerikanische Basketballprofiliga NBA verfolgt, sieht vereinzelt Spieler mit einer Art Taucherbrille. Dadurch werden teils deutliche Sehschwächen korrigiert. In anderen Fällen müssen die Augen aus bestimmten Gründen vor der möglichen Einwirkung eines Balls geschützt werden. Und das Spektrum geht noch weiter: 2015 haben die ersten Profivereine im Bereich des American Footballs angefangen mit Virtual-Reality-Brillen zu trainieren (wir berichteten). Dabei werden unter anderem Spielzüge und Spielerpositionen direkt in das Sichtfeld des Trägers projiziert.

Eine gänzlich neue Art der Profisportbrille kam nun beim Bundesligisten Werder Bremen zu Tage. Torhüter des Vereins wurden im Rahmen eines Trainingslagers im türkischen Belek vereinzelt mit dicken Sonnenbrillen gesichtet, die an den Schlagersänger Heino erinnerten. Doch die Spieler trugen diese Brille weder aus Eitelkeit noch aufgrund der intensiven Sonneneinstrahlung in Belek. Stattdessen handelt es sich um ein neuartiges Trainingsutensil, welches das Reaktionsvermögen des Torwarts schärfen soll. Dazu wechselt das Gerät ständig zwischen Dunkelheit und normaler Sicht, so dass der Ball für eine halbe Sekunden zu sehen ist – und dann wieder nicht.

Der Torwart wird so indirekt zu einer verstärkten Aufmerksamkeit angehalten. Zudem wird das räumliche Vorstellungsvermögen gefördert, da der Ball in den Momenten der Dunkelheit „gedanklich“ ohne direkte Sicht im Raum verortet werden muss. Die Spezialbrille kommt vom US-Sportausrüster Nike und kostet ca. 370 EUR. Ob sie nun regelmäßig Einzug in das Werder-Training haben wird ist noch unklar.

Im Handball sind ähnliche Trainingshilfen übrigens schon seit Jahren gängig: So verhindert die so genannte „Prellbrille“ mit einem speziellen, nach unten gerichteten Sichtschutz, dass Spieler ihren Blick beim Prellen auf den Boden richten und dadurch das Geschehen um sich herum verpassen. Die „Kopf-hoch-Brille“ erzwingt dadurch förmlich den Blick nach vorne.