Datenbrille: BMW entwickelt praktischen Helfer für Autofahrer

Spätestens seit der vorläufig gefloppten „Google Glass“ (wir berichteten) sind Datenbrillen der neuste Schrei. Gemeint sind Brillen mit integrierten Anzeigeflächen, die die bestehende Realität mit kontext-relevanten Informationen erweitern oder wie im Falle der „Oculus Rift“ gänzlich neu kreieren. Die massenmarkttaugliche Anwendung der Technik hat noch keiner der Hersteller geknackt. Industrie und Zukunftsforscher sind sich allerdings schon heute einig, dass Datenbrillen in einer nicht allzu fernen Zukunft eine wichtige Rolle in unserem Alltag spielen werden.

Eine Entwicklung des deutschen Autoherstellers BMW dürfte zur Alltagstauglichkeit solcher Geräte
weiter beitragen: Aktuell tüfteln die Münchener an einer Datenbrille speziell für Autofahrer, die durch mehr Rundumsicht die Sicherheit am Steuer erhöhen soll. Stein des Anstoßes ist die Tatsache, dass moderne Fahrzeuge trotz aller High-Tech-Entwicklungen der letzten Jahre die Sicht des Fahrers nach wie vor durch ihre Säulen einschränken. In diesem Punkt hat sich das Auto seit seiner Erfindung strenggenommen nicht weiterentwickelt.

Die „Augmented Vision“-Brille, die BMW im Rahmen der Shanghai Motorshow in diesem Jahr erstmals enthüllt hat, umgeht das Problem durch einen simplen Trick: So projiziert die Datenbrille ein rundum uneingeschränktes Livebild der Umgebung, die das Fahrzeug über eine außen angebrachte Kamera aufnimmt. Die A-Säule wird im Zuge dessen quasi weggezaubert.

Im nächsten Schritt kann die Brille auch relevante Informationen im Sichtfeld einblenden, so beispielsweise Navigationshinweise oder eingehende Nachrichten. Der Fahrer kann diese Informationen direkt wahrnehmen, ohne den Blick von der Fahrbahn abwenden zu müssen. Dieser Errungenschaft steht eine Studie der University of Central Florida gegenüber, die so genannten „Smart Glasses“ ein ähnliches Ablenkungspotential wie Mobiltelefonen attestiert. Ob der gemeinsam von der BMW-Tochter Mini und dem Chip-Hersteller Qualcomm entwickelte Prototyp die Serienreife erreichen wird, ist aktuell noch unklar. Bis solche Produkte auf den Markt kommen dürften die wissenschaftlichen Erkenntnisse belastbarer sein.