Chipgigant Intel arbeitet an Google-Glass-Konkurrenten

Trotz Google-Glass-Flop: Intel entwickelt Luxus-Datenbrille

Nach immer mehr Unkenrufen musste der Suchmaschinen-Marktführer Google Anfang 2015 eingestehen, dass das ambitionierte Projekt „Glass“ vorerst gescheitert ist. Die mehr als 1.000 Euro teure Datenbrille, die beispielsweise Straßennavigation auf dem Brillenglas abbilden kann, hatte es während der Testphase nicht wirklich in die breite Masse geschafft. Da die technische Umsetzung von Google grundsätzlich zu beindrucken wusste, vermuten Branchenbeobachter ein ganz anderes Problem: Vielleicht sind die Menschen einfach nicht dazu bereit einen derart präsenten Digitalelfer mit sich zu tragen – hat High-Tech am Körper am Ende des Tages doch klare Grenzen?

Der Prozessorhersteller Intel lässt sich von dieser These nicht beirren und kündigt trotz Google-Glass-Flop einen eigenen Vorstoß in den Bereich der Datenbrillen an. Dazu ist der US-Konzern eine strategische Partnerschaft mit dem italienischen Brillenhersteller Luxottica eingegangen. Die Luxottica-Gruppe vereinet zahlreiche weltbekannte Luxusbrillen-Marken, darunter Ray-Ban, Oakley und Persol. Daneben fertigen die Italiener Lizenzprodukte für die größten Hochpreismodelabels der Welt von Burberry über Bulgari bis hin zu Prada und Armani. Kurzum: Das mehr als 50 Jahre alte Unternehmen bringt viel produktspezifische Expertise an den Tisch, die dem Alleingänger Google womöglich an einigen Stellen gefehlt haben könnte.

Mit Google verbindet Luxottica ebenfalls eine Partnerschaft. Allerdings fungierte das Unternehmen hier lediglich als Zulieferer modischer Brillengestelle für die „Glass“. Bei dem Intel-Projekt beteiligen sich die Experten dagegen von Anfang an. In welche Richtung diese Kooperation gehen soll, ist noch unklar: Beide Unternehmen geben sich betont nebulös und geben lediglich an, das gemeinsame Baby noch in diesem Jahr auf den Markt bringen zu wollen.

Auch für Intel ist es nicht der erste Vorstoß in den rapide wachsenden Wearables-Markt: Erst Ende 2014 gaben die Kalifornier eine strategische Partnerschaft mit dem Uhrenhersteller FOSSIL bekannt, aus der höchstwahrscheinlich eine Smartwatch hervorgehen wird. Parallel dazu lancierte der Chipgigant das Luxus-Armband MICA, das über eine eigene SIM-Karte mit der Außenwelt kommunizieren kann.