Brillenträger: Sehhilfe hinter dem Steuer nicht vergessen

Hierzulande tragen rund 63 Prozent der Menschen ab 16 Jahren eine Brille, was rund 40,1 Millionen Bundesbürgern entspricht. Knapp 23 Millionen davon tragen ihre Sehhilfe ständig – der Rest entfällt auf Lesebrillen. Gleichzeitig zählte die Bundesrepublik im Jahr 2015 38,98 Millionen Autofahrer. Die Schnittmenge ist dementsprechend hoch. 



Das Tragen einer Sehhilfe – ob Brille oder Kontaktlinsen – ist verpflichtend, sofern ein entsprechender Vermerk in der Fahrerlaubnis besteht. Eine Widersetzung stellt laut § 79 Nr. 9 Fahrerlaubnisverordnung (FeV) in Verbindung mit § 24 Straßenverkehrsgesetz (StVG) eine Ordnungswidrigkeit dar und wird regelmäßig mit einer Verwarnung von 25 Euro geahndet. Kommt es in diesem Zusammenhang zu einem Autounfall, könnte es im schlimmsten Fall strafrechtlich relevant werden – dem Verursacher ohne Sehhilfe könnte dann Fahrlässigkeit vorgeworfen werden. 



Mal eben zur Tankstelle oder in den Supermarkt ohne Brille, auch wenn es sein muss? Autofahrer sollten diese Nachlässigkeit tunlichst vermeiden. Gerade in den Abendstunden wird es gefährlich, da Sehschärfe und Kontrastempfindlichkeit um bis zu 50% abnehmen können – wohlgemerkt bei Normalsichtigen. Wer als Brillen- oder Kontaktlinsenträger trotzdem ohne Sehhilfe hinter das Steuer steigt, riskiert womöglich die eigene Gesundheit sowie das Wohlergehen anderer Verkehrsteilnehmer. Ob eine Sehhilfe beim Autofahren getragen wird, entscheidet sich in dem für die Führerscheingewährung notwendigen Sehtest. Als Richtwert gilt: Wer mehr als 70 Prozent Sehleistung erreicht, kann ohne entsprechende Hilfen fahren. 



Auch beim Thema Sonnenbrillen gibt es Maßgaben: So gibt es Modelle auf dem Markt, die ausdrücklich nicht zum Autofahren geeignet sind. Solche Produkte müssen eine besondere Kennzeichnung tragen. Zu dieser Gruppe gehören insbesondere spezielle Sportsonnenbrillen, die mit grellen Orange- oder Rottönen die Wahrnehmung von Ampeln und Verkehrsschildern gefährlich verfälschen können.