Blepharospasmus: Formen, Symptome, Therapie & Prognose

Blepharospasmus
Photo by Andrea Bertozzini on Unsplash

Der Begriff Blepharospasmus (gr. Blepharon – Augenlid; Spasmus – Krampf) steht in der Augenheilkunde für einen nicht bewusst steuerbaren oder beeinflussbaren ein- oder beidseitigen Lidkrampf an den Augen. Dabei entsteht die Verkrampfung in den meisten Fällen durch eine Dauerkontraktion des kreisförmig um die Augen reichenden Musculus orbicularis oculi. Ein Augenlidkrampf ist für Außenstehende sofort sichtbar, da der Lidkrampf sichtbare Auswirkung auf die Mimik des Betroffenen hat. Erfahren Sie mehr in diesem Beitrag.

Blepharospasmus: Formen

In der Medizin wird der unwillkürliche Augenlidkrampf in zwei unterschiedliche Formen eingeteilt:

  • Idiopathischer (essentieller) Blepharospasmus: Hierbei handelt es sich um einen Lidkrampf ohne erkennbare Ursache.
  • Reflektorischer (okulärer) Blepharospasmus: Diese Form des Lidkrampfes ist durch Schutzreflexe des Auges bedingt und kann z. B. bei Fremdkörpern im Auge, schmerzhafte Irritationen, Entzündungen oder Verätzungen auftreten.

Blepharospasmus: Ursachen

Für die Form des diopathischen Blepharospasmus gibt es bisher keinerlei Erkenntnisse über die Ursache. Frauen sind häufiger betroffen als Männer und es lässt sich eine familiäre Häufung beobachten. Die medizinische Forschung geht davon aus, das unterschiedliche chemische Stoffe (z. B. Dopamin) im Gehirn fehlerhaft Zusammenwirken und so einen Lidkrampf auslösen. Wodurch das fehlerhafte Zusammenwirken entsteht, konnte bisher leider noch nicht abschließend geklärt werden. Viele der betroffenen Patienten berichten, dass sog. Trigger wie emotionaler Stress, Müdigkeit und Lichtreize die Beschwerden verstärken.

In seltenen Fällen kann es zu einem sog. sekundären Blepharospasmus durch Erkrankungen, Augenreizungen, Hornhautfremdkörper oder neurologische Krankheiten kommen. So kann ein Augenlidkrampf zum Beispiel im Zusammenhang mit einer unwillkürlichen Kontraktion der Kaumuskulatur (oromandibuläre Dystonie) auftreten. Dieses Krankheitsbild wird dann als Meige-Syndrom bezeichnet.

Blepharospasmus: Symptome

Blepharospasmus: Symptome

Häufige Symptome sind:

  • Unwillkürliches, exzessives Blinzeln
  • Unkontrolliertes Schließen der Augen
  • Krampfhaft verschlossene Augen, die nicht mehr geöffnet werden können

Blepharospasmus: Therapie

Im ersten Schritt muss eine genaue Diagnose erfolgen um alle anderen Formen von Lidöffnungs- und Lidschluss-Störungen auszuschließen. Dazu zählen u.a. chronische Augenerkrankungen, Entzündungen, Tics oder Fremdkörper. Manifestiert sich die Diagnose eines essentiellen Blepharospasmus, so gibt es leider keine dauerhafte Heilung.

Blepharospasmus: Therapie

Als erstes Mittel der Wahl gegen die Symptome eines Augenlidkrampfes gilt Botulinumtoxin A. Dabei wird in regelmäßigen Abständen das Botulinumtoxin A lokal direkt in in den Augenringmuskel injiziert um diesen zu lähmen. Dosierung und Injektionsorte werden dabei vom Arzt individuell an den Patienten angepasst und müssen stetig wiederholt werden. Leider ist es oft so, dass die Symptome eines Blepharospasmus über die Zeit zunehmen und daher auf Arztbesuche nicht verzichtet werden kann.


Quellen:
Berlit, P.: Therapielexikon Neurologie. Springer Verlag, Berlin Heidelberg, 1. Auflage, 2005.
Ceballos-Baumann, A. & Conrad, B.: Bewegungsstörungen. Thieme Verlag, Stuttgart, 1. Auflage, 1998.

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