Bei Durchblutungsstörungen des Auges zählt jede Minute

Augeninfarkt: Bei ersten Anzeichen sofort zum Augenarzt

Ähnlich wie beim Herzinfarkt nimmt ein Augeninfarkt vielfach schleichend, kaum bemerkbar Anlauf. Der Betroffene sieht irgendwann urplötzlich verschwommen oder hat womöglich Schleier im Sichtfeld. Bis dahin hat das Sehorgan weder wehgetan, noch andere Anzeichen für eine nahende Sehstörung produziert. Viele Betroffene erkennen die Gefahr nicht rechtzeitig, nehmen diese womöglich gar auf die leichte Schulter.

Tatsächlich kommt es nicht selten vor, dass Betroffene einen handfesten Augeninfarkt erleiden und erst Monate später ihren Augenarzt aufsuchen. In vielen Fällen klingen die Beschwerden so schnell ab wie sie auf der Bildfläche erschienen sind – das Bewusstsein für die Behandlungsbedürftigkeit fehlt dem Laien dementsprechend. Manchmal enden solche Fälle mit einem irreversiblen Verlust der Sehkraft, in Extremfällen gar um bis zu 90 Prozent oder mehr. So ist es unabdingbar bereits bei den kleinsten Anzeichen sofort den Augenarzt des Vertrauens aufzusuchen. Studien legen nahe, dass die Chancen auf eine vollständige Regeneration der gestörten Netzhaut schon 90 Minuten nach dem Aufkommen erster Symptome stetig abnehmen.

Die Hintergründe eines Augeninfarkts sind schnell erklärt: Verschließt eine Vene, wird die Sauerstoffversorgung der Netzhaut gestört. Im Zuge dessen kommt es zu Schwellungen und Blutungen im Auge, die irgendwann zu den eingangs beschriebenen, wahrnehmbaren Symptomen führen. Die Ausprägung dieser Symptome reicht von „kaum zu bemerken“ bis hin zu „massiv“, je nach dem ob eine zentrale Vene oder kleine Gefäße vom Verschluss betroffen sind.

Hierzulande ist ein solcher Venenverschluss die zweithäufigste Augengefäßstörung nach der diabetischen Netzhauterkrankung. Die meisten Indikationen sind auf Bluthochdruck, verschiedene Gefäßerkrankungen, Fettstoffwechselstörungen und/oder Diabetes (Typ II) zurückzuführen. Übergewichtige Menschen sowie starke Raucher weisen darüber hinaus ein erhöhtes Risiko auf. Obwohl in der Regel ältere Patienten ab dem 60. Lebensjahr betroffen sind, kann es vereinzelt auch bei jungen Menschen zu einem Augeninfarkt kommen. Im Hinblick auf die immer ältere Gesellschaft dürfte die Anzahl von Augeninfarktdiagnosen in den kommenden Jahren weiterhin zunehmen.