Augenverletzungen passieren besonders häufig beim Sport

Augenverletzungen passieren vor allem beim (Ball-)Sport

Schwere Augenverletzungen passieren in den westlichen Industrienationen nicht etwa im Arbeitsumfeld, sondern bei der Ausführung sportlicher Aktivitäten in der Freizeit. Jahr für Jahr verlieren mehr als 1,6 Millionen Menschen das Augenlicht infolge von Traumata, heißt es in verschiedenen Studien. Klassische Sportunfälle führen die Negativliste insbesondere bei Betroffenen zwischen 20 und 40 Jahren seit langer Zeit an, warnen Augenärzte immer wieder.

Hierzulande offenbart die Statistik weitere Überraschungen: So passiert die gefährliche Augenapfelprellung vor allem beim Squash – sowie beim doch so unscheinbaren Minigolf. Erst danach folgt die Massensportart Fußball. Betrachtet man das Problem auf europäischer Ebene, rückt der Fußball auf den ersten Rang. Weltweit gibt es weitere regionale Unterschiede: In Australien beispielsweise passieren die meisten sportbedingten Augenunfälle bei der Nationalsportart Cricket.

Ebenfalls überraschend ist die Tatsache, dass in über 90 Prozent der Fälle Männer betroffen sind, denen nicht zuletzt eine erhöhte Risikobereitschaft im Sportumfeld nachgesagt wird. Unabhängig von der ausgeübten Sportart kann ein simpler Augenschutz womöglich die meisten Unfälle vermeiden. Trotz immer besserer Aufklärung durch Augenärzte und Sportmediziner haben es Sportbrillen allerdings bis heute nicht in den Massenmarkt geschafft. Viele Freizeitsportler empfinden solche Hilfsmittel als unkomfortabel, womöglich auch optisch unpassend – Argumente, die man bereits von der Helmdiskussion beim Fahrradfahren kennt. Kaum überraschend: In Sportarten wie Eishockey, bei denen ein professioneller Augenschutz schlicht zur Standardausrüstung gehört, treten Beeinträchtigungen des Sehorgans statistisch gesehen selten auf.

Über die Schwere und damit auch die Heilchancen einer solchen Augenverletzung entscheidet schließlich die Frage, ob es sich um einen Vorfall mit einem luftgefüllten Hohlball (z.B. Volleyball, Handball, Fußball, Squashball) oder einem Vollball (Baseball, Golfball, Federball, Cricketball) handelt. Letztere Bälle verursachen Sehminderungen im vorderen Augenabschnitt, während Hohlbälle fast immer den hinteren Teil des Auges betreffen. Durch Vollbälle bedingte Augenverletzungen sind damit allerdings nicht ungefährlicher: Zusammenstöße mit einem Golfball beispielsweise führen überdurchschnittlich häufig zu einer vollständigen Entfernung des betroffenen Auges. Am Ende des Tages müssen sich Anhänger aller genannten Sportarten dogmatisch zum Tragen eines Spezialschutzes erziehen, konstatieren Fachmediziner eindringlich.