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Augenlicht schützen – Welche Früherkennungsuntersuchungen empfehlen Augenärzte?

Der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) rät in seiner neuesten Pressemitteilung zu Früherkennungsuntersuchungen um Ihr Augenlicht zu schützen. Für die meisten Menschen ist das Sehen der wichtigste unserer Sinne. Zugleich nehmen sie das Sehen als selbstverständlich hin und schenken der Gesundheit ihrer Augen kaum Aufmerksamkeit. Viele Augenkrankheiten beginnen jedoch schleichend und ohne Symptome. Dabei sind die Chancen, sie erfolgreich zu behandeln, umso besser, je früher sie erkannt werden.

Früherkennung des Glaukoms (Grüner Star)

Der Grüne Star ist eine tückische Krankheit, bei der nach und nach die Fasern des Sehnervs absterben. Dadurch entstehen, vom Rand her beginnend, Ausfälle im Gesichtsfeld. Betroffene verspüren keine Schmerzen und bemerken selbst in fortgeschrittenen Stadien der Krankheit keine Symptome, da das andere Auge die Defizite ausgleicht und wegen des „fill-in“-Phänomens: Blinde Flecken werden nicht als „schwarze Löcher“ wahrgenommen, sondern das Gehirn erstellt ein möglichst homogenes Bild aufgrund der vorhandenen Sehinformationen.

Abbildung - Entwicklung eines Glaukoms
© Alila Medical Media / Fotolia

Erst wenn der größte Teil des Sehnervs unwiederbringlich zerstört ist, werden die entstehenden blinden Flecken im Gesichtsfeld bemerkt. Rechtzeitig erkannt, lässt sich das Glaukom mit Augentropfen, Lasereingriffen oder Operationen gut behandeln. Deshalb sind ab dem 40. Lebensjahr regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen ratsam. Dabei wird der Sehnervenkopf am Augenhintergrund auf Auffälligkeiten untersucht und der Augeninnendruck wird gemessen. Er ist neben dem Alter ein wichtiger Risikofaktor. Menschen mit dunkler Hautfarbe wird die Untersuchung bereits ab dem 30. Lebens-jahr empfohlen. Auch Menschen, deren Verwandte 1. Grades unter einem Glaukom leiden, sollten sich schon in jüngeren Jahren regelmäßig untersuchen lassen.

Untersuchung der Netzhaut bei Kurzsichtigkeit

Kurzsichtige Menschen haben ein erhöhtes Risiko für Netzhautablösungen. Deshalb sollten Patienten mit einer Kurzsichtigkeit ab -3 Dioptrien ihre Netzhaut jährlich untersuchen lassen. Für diese Untersuchung wird die Pupille mit Augentropfen erweitert. Danach kann man für einige Stunden nicht scharf sehen, so dass nach der Untersuchung Autofahren zunächst nicht möglich ist.

Abbildung - Makuladegeneration
© Alila Medical Media / Fotolia

Früherkennung der Altersbedingten Makuladegeneration (AMD)

Bei der AMD sterben nach und nach die lichtempfindlichen Zellen in der Netzhautmitte ab. In einigen Fällen wachsen zudem krankhafte Gefäße im Bereich der Netzhautmitte, aus denen Feuchtigkeit austritt, was den Krankheitsprozess erheblich beschleunigt. Diese feuchte Form der AMD lässt sich mit Medikamentengaben ins Augeninnere behandeln – je früher die Krankheit erkannt wird, umso besser sind die Erfolgsaussichten. Deshalb empfiehlt der BVA allen Menschen ab dem Alter von 60 Jahren regelmäßige Früherkennungs-untersuchungen, bei denen nach Anzeichen für eine AMD gesucht wird.

Augenarzt-Check für Verkehrsteilnehmer

Im Straßenverkehr sind wir besonders auf die Leistungsfähigkeit unserer Augen angewiesen. Dabei spielt nicht nur die zentrale Sehschärfe eine Rolle. Sehen bei schlechten Lichtverhältnissen ist ebenso wichtig wie ein intaktes Gesichtsfeld. Diese und weitere Aspekte werden bei einem Augenarzt-Check für Verkehrsteilnehmer berücksichtigt, der Menschen ab dem 40. Lebensjahr empfohlen wird.

„Die moderne Augenheilkunde in Deutschland spiegelt mit ihren fortschrittlichen Diagnoseverfahren und Behandlungsmöglichkeiten in vorbildlicher Weise den aktuellen Stand der Forschung und ermöglicht damit den Patientinnen und Patienten – mehr als je zuvor – ihr Sehvermögen bis ins hohe Alter zu erhalten“, erklärt Dr. Ludger Wollring. „Diese sehr viele Menschen betreffende, bedeutende Verbesserung der Lebensqualität wird in großer Breite anerkannt und honoriert – auch dadurch, dass fast alle Versicherungen und selbst viele Krankenkassen, zum Teil mit Sonderverträgen, ihren Mitgliedern den Zugang zum großen Leistungsspektrum der Augenheilkunde ermöglichen.“

Quelle: Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA)

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Von |2018-06-22T10:09:46+00:0025. Januar 2018|