Augenkrebs: Was steckt hinter einem Retinoblastom?

Dass bösartige Tumore auch im Auge auftreten können, ist der breiten Allgemeinheit unbekannt – fast immer verbinden wir solche fatalen Erkrankungen mit anderen Organen unseres Körpers. Tatsächlich gibt es verschiedene Formen von Krebserkrankungen des Auges. Das so genannte Retinoblastom bezeichnet die häufigste Augentumorform bei Kindern. Sie entwickelt sich bei Neugeborenen und Kleinkindern aus noch unreifen, in der individuellen Erbanlage geschädigten Zellen der Retina (Netzhaut). Das Zellenwachstum erfolgt infolgedessen unkontrolliert.

Augenärzte unterscheiden zwischen zwei Ausprägungen des Retinoblastoms: Beim erblichen bzw. familiären Retinoblastom wird der Gendefekt von dem Vater oder der Mutter auf das Kind übertragen. Dies ist bei etwa der Hälfte der registrierten Fälle der Fall. Bei der anderen Hälfte entwickelt sich das Krebsleiden in einzelnen Netzhautzellen spontan während der ersten Lebensjahre des betroffenen Kindes – in diesem Fall ist von einem sporadischen Retinoblastom die Rede. In beiden Fällen besteht die Schwierigkeit, dass sich die Symptome erst nach einer gewissen Zeit zeigen. Für gewöhnlich hat sich das Retinoblastom zu diesem Zeitpunkt bereits im betroffenen Auge ausgedehnt. Erschwerend kommt hinzu, dass die Betroffenen noch sehr jung sind und ein womöglich vernommenes Beschwerdebild nicht verbal äußern können.

So sind es meistens die Eltern, die die ersten Anzeichen eines solchen Leidens feststellen. Ein häufiger Indikator ist ein weißes Schimmern der Pupille, das man beispielsweise auf Fotografien mit Blitzlicht erkennen kann. Auch ein plötzliches Schielen oder eine häufige Entzündung des betroffenen Auges sollten Anlass zu einer näheren Überprüfung geben. Der Augenarzt kann das Auge daraufhin unter Narkose untersuchen sowie verschiedene bildgebende Verfahren wie beispielsweise Ultraschal hinzuziehen. Wird ein Retinoblastom festgestellt, erfolgt in den meisten Fällen eine chirurgische Entfernung. Bei geringer Ausprägung könnten auch Bestrahlung und Lasertherapie eine Alternative darstellen.

Eine gute Nachricht: Je früher die Erkennung stattfindet, desto höher sind die Chancen auf eine vollständige Heilung. Neben vergleichbaren Tumorerkrankungen des Auges sind die Genesungsaussichten bei einem Retinoblastom gut bis sehr gut, sofern es zu einer rechtzeitigen Diagnose kommt.