Augeninfarkt (Sehsturz): Infos zu Ursachen & Chancen

Augeninfarkt (Sehsturz)
Photo by Vince Fleming on Unsplash

Unter Augeninfarkt (med.: anteriore ischämische Optikusneuropathie) versteht man eine akute Durchblutungsstörung der Netzhaut des Auges. Dabei kommt es zu Gefäßverschlüssen von Blutgefäßen in der Netzhaut, die Sauerstoff und Nährstoffe an den Sehnervenkopf liefern. Resultierend daraus kann es zu einer Unterversorgung des Nervengewebes, dem unwiderruflichen Tod von Zellen, einer verringerten Sehkraft bis hin zu einer kurzzeitigen oder dauerhaften Erblindung kommen. Ein Augeninfarkt tritt zumeist nur an einem Auge auf, ist schmerzlos und bleibt nicht selten unbemerkt, da das zweite gesunde Auge ausgleichend wirken kann.

Welche Ursachen können einen Augeninfarkt auslösen?

Es gibt unterschiedliche Ursachen und Einflussfaktoren, die einen Sehsturz verursachen können. In den meisten Fällen ist ein Blutgerinnsel für den Augeninfarkt verantwortlich. Dabei fördern unterschiedliche Entstehungsfaktoren wie Diabetes mellitus oder sehr fettreiche Ernährung die Bildung eines Blutgerinnsels. Als weiterer Grund für einen Sehsturz kommt auch ein erhöhter Druck auf die Netzhaut in Betracht. Dabei sorgt Druck auf das Gewebe, beispielsweise ausgelöst durch Einblutungen, für eine Unterversorgung der Netzhaut mit Sauerstoff für den Sehsturz. Auch Personen, inbesondere Männer zunehmenden Alters, die an Bluthochdruck, Arteriosklerose oder durch Rauchen unter verengten Gefäßen leiden, haben eine deutlich erhöhte Wahrscheinlichkeit an einem Augeninfarkt zu erkranken.

Augeninfarkt: Varianten

Augeninfarkte (Sehsturz) lassen sich nach zwei verschiedenen Varianten einteilen:

  • Arteriell bedingter Augeninfarkt: Diese Form des Augeninfarktes entsteht durch einen retinalen Arterienverschluss in dessen Folge entweder die Zentralarterien oder Arterienästen verschließen. Ein artiereller Infarkt führt immer direkt zur Sauerstoffunterversorgung des betroffenen Bereichs innerhalb des Auges.
  • Venös bedingter Augeninfarkt: Bei dieser Form des Augeninfarktes kommt es zu einem retinalen Venenverschluss. Bei dieser Form kommt durch den Verschluss eines blutabführenden Gefäßes zu einem Blutstau mit anschließender Schwellung. Durch die entstandene Schwellung werden benachbarte Arterien abgedrückt und es kommt zu einem Sauerstoffmangel im Auge.

Welche Symptome können auftreten?

Häufig ereignet sich ein Augeninfarkt vollkommen unbemerkt. Dennoch gibt es einige Symptome die auf einen Augeninfarkt hinweisen können:

  • verzögerte/nicht eintretende Pupillenreaktion bei hellem Licht
  • Schatten im Gesichtsfeld
  • verschwommenes Sehen
  • verminderte Sehstärke
  • Wahrnehmung eines „Schleiers“ im Gesichtsfeld
  • Punkte im Sichtfeld

Wichtig: Zu beachten ist, dass die Symptome verschwinden können, der Sehsturz damit aber nicht ausgestanden ist. Durch die Minderdurchblutung kann es weiterhin unbemerkt zu einer Schädigung des Sehnervs kommen, die im schlimmsten Fall bis zu einer starken Sehbehinderung oder Erblindung reichen kann.

Wie wird ein Sehsturz behandeln?

Möchte man die optimale Therapie bei einem Sehsturz erreichen, ist Eile geboten. Je weniger Zeit vergeht (innerhalb von 90 min.), umso höher ist die Chance, dass das alte Sehvermögen wieder vollständig herstellen zu können. Meist ist es dem Augenarzt durch eine reine Blickdiagnose oder mittels spezifische Untersuchungen, wie der Augenhintergrunduntersuchung oder Sehnervkopfuntersuchung, sehr schnell möglich festzustellen, ob ein Augeninfarkt vorliegt. Im Folgenden wird meist eine Therapie mit Medikamenten zur Blutverdünnung (Fibrinolyse), zur Entzündungshemmung (Kortison) und Mitteln zur Verringerung des Augeninnendrucks verwendet, um die Sehkraft vollständig erhalten zu können.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here