Die Augengrippe: Symptome, Folgen & Vorbeugung

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Die Augengrippe ist eine seltene und besonders aggressive Sonderform der Bindehautentzündung (Konjunktivitis) im Auge. Während die normale Bindehautentzündung durch Bakterien ausgelöst wird und durch eine Behandlung vom Antibiotika gut zu behandeln ist, wird die Augengrippe durch Adenoviren ausgelöst und spricht nicht auf Antibiotika an. Die Symptome einer klassischen Bindehautentzündung und einer Augengrippe sind sehr ähnlich. Aus diesem Grund fällt die Unterscheidung in der Praxis oft sehr schwer. Lesen Sie hier mehr über die Symptome und Behandlungsmöglichkeiten.

Augengrippe: Ursache

Die Augengrippe wird sogenannte Adenoviren ausgelöst. Adenoviren sind hoch ansteckend, widerstandsfähig und für eine Vielzahl von Erkrankungen verantwortlich. Normalerweise befallen sie die Atemwege und den Magen-Darm-Trakt. Gelangen sie jedoch auf die Bindehaut oder Hornhaut des Auges, lösen sie die sogenannte Augengrippe aus. Aufgrund der starken Aggressivität der Erkrankung ist diese meldepflichtig, sofern ein labordiagnostischer Nachweis des Vorhandenseins von Adenoviren vorliegt. Da im Falle einer Bindehautentzündung jedoch selten eine Labordiagnostik durchgeführt wird, besteht wahrscheinlich eine hohe Dunkelziffer der Erkrankungsfälle durch Adenoviren.


Augengrippe: Symptome

Die Symptome einer viralen Augengrippe (virale Konjunktivitis) machen sich meist erst nach acht bis neun Tagen nach der Infektion bemerkbar. Zu Beginn kommt es zu einer deutlichen Augenrötung, starken Juckreiz und tränenden Augen, weshalb die Infektion im Anfangsstadium oft mit einer herkömmlichen Bindehautentzündung verwechselt wird. Im weiteren Verlauf entsteht dann jedoch schnell eine ausgewachsene Augenentzündung, die Ihr Sehvermögen deutlich verringert. Begleitet wird die viralen Augengrippe von grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Glieder-/Kopfschmerzen und Unwohlsein.

Weitere Symptome sind:

  • Rötung der Bindehaut
  • Jucken und Brennen der Augen
  • Tränende Augen
  • Fremdkörpergefühl im Auge
  • Infektion der Hornhaut
  • Hohe Lichtempfindlichkeit
  • Geschwollene Lymphknoten
Augengrippe: Symptome
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Augengrippe: Behandlung

Die Behandlung einer Augengrippe unterscheidet sich zur Therapie einer klassischen, durch Bakterien ausgelösten, Bindehautentzündung. Die bakterielle Bindehautentzündung ist mit Hilfe einer Antibiotikatherapie gut zu behandeln. Die bei der bakteriellen Konjunktivitis verwendeten antibiotischen Augentropfen oder -salben wirken bei der durch Adenoviren verursachten Augengrippe nicht – Antibiotika wirken nur gegen Bakterien, nicht gegen Viren.

Bei der Augengrippe können durch Augentropfen oder Salben lediglich die Symptome durch eine Befeuchtung der Augen gelindert werden. Dazu bieten sich am besten Augentropfen und kühlende Umschläge an. Leider muss im weiteren Verlauf darauf gewartet werden, bis die Infektion wieder abklingt. In den meisten Fällen kann man mit Erkrankungszeit von zwei Wochen rechnen. In jedem Fall sollte ein Augenarzt konsultiert werden, da die Infektion hoch ansteckend ist und in schweren Fällen zu bleiben Sehschäden führen kann.

Augengrippe: Behandlung
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Augengrippe: Vorsorge

Als wichtigste Vorsorgemaßnahme gilt die Ansteckung weiterer Personen zu vermeiden. Dabei gilt es zu beachten, dass Adenoviren durch eine Schmierinfektion ins Auge gelangen. Achten Sie deshalb auf gründlichste Hygiene. Reiben Sie sich möglichst nicht Ihre Augen und waschen Sie Ihre Hände gründlich und regelmäßig. Desinfizieren Sie zudem Ihre Hände regelmäßig mit einem geeigneten Mittel, dass auch gegen Viren wirkt.

Weitere wichtige Vorsorgemaßnahmen sind:

  • Handtücher und sonstige Hygiene- und Kosmetikartikel nicht mit anderen Personen zu teilen.
  • Handtücher und Wäsche bei min. 60 Grad waschen
  • Auf Händeschütteln verzichten
  • Krankschreibung über den gesamten Zeitraum der Erkrankung (meist 14 Tage) – der Patient sollte in diesem Zeitraum dann auch wirklich Zuhause bleiben.
  • Sollte der Verdacht bestehen, an Augengrippe erkrankt zu sein, bietet es sich zudem an, die Arztpraxis vor dem Besuch telefonisch über den Verdacht zu informieren. So kann der Arzt Betroffene zur einer gesonderten Uhrzeit einbestellen, um die Ansteckungen anderer zu vermeiden.

Zusammenfassung

Die Augengrippe ist eine durch Adenoviren verursachte Entzündung der Bindehaut, die deutlich aggressiver ist als die durch Bakterien verursachte Bindehautentzündung. Die Symptomatik besteht in einer Rötung des Auges, sowie in einem Brennen, Jucken und einem Fremdkörpergefühl im Auge. Auch Schmerzen und ein Tränen des Auges können auftreten. Um die negativen Folgen einer Augengrippe zu verhindern, ist ein Arztbesuch ist unumgänglich.


Quellen:
Burk, A. & Burk, R.: Checkliste Augenheilkunde. Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 6. Auflage, 2018.
Lang, G. K. & Lang, G. E. : Augenheilkunde essentials. Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 1. Auflage, 2015.
Sachsenweger, M.: Duale Reihe Augenheilkunde. Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 2. Auflage, 2002.
Walter, P. & Plange, N.: Basiswissen Augenheilkunde. Springer-Verlag, Heidelberg, 1. Auflage, 2017.

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