Athleten in Rio – mit Sehhilfe zum Sieg

Ob Bogenschießen, Rudern oder Taekwondo – bei Olympia im Sommer 2016 in Brasilien können sich die Athleten vom 5. bis zum 21. August in vielfältigen Disziplinen beweisen. Was aber, wenn ein Sportler auf eine Sehhilfe angewiesen ist? Wie gleichen die Teilnehmer in Rio ihre Fehlsichtigkeit aus?
Bei welcher Sportart ist es ratsam, eine Brille zu tragen und was macht eine geeignete
Sehhilfe überhaupt aus?

Herkömmliche Brillen können beim Sport gefährlich werden!
Viele Sportler tragen bei der Ausübung ihrer jeweiligen Sportart eine Sehhilfe, um einerseits die volle Leistung abrufen zu können und andererseits die Verletzungsgefahr zu senken. Doch eine herkömmliche Brille für den Sport birgt erhebliche Nachteile:
Eine Sichtfeldverkleinerung, das Bruchrisiko und die Verletzungsgefahr sind nur einige Risiken, die das Tragen einer herkömmlichen Brille ohne bruchfestes Glas beim Sport darstellt. Um eine optimale Rundumsicht zu haben und gleichzeitig geschützt zu sein, sollte eine Sportbrille fest und an die individuelle Gesichtsform angepasst sitzen, damit sie während des Sportes nicht vom Gesicht rutscht.
Eine getönte Sportbrille verhindert, dass die Sonne Brasiliens die Sicht einschränkt, eine Schwimmbrille hält die Augen klar und frei von schädlichem Chlorwasser.

Harte oder weiche Kontaktlinsen?
Jeder Athlet stellt sich bezüglich seiner Fehlsichtigkeit die generelle Frage: Sportbrille oder Kontaktlinsen? Die Vorteile einer Sportbrille haben wir bereits erwähnt, aber wie verhält es sich mit Kontaktlinsen? Flexible Linsen liegen enger am Auge an, sodass die Augen weniger mit Sauerstoff versorgt und anfälliger dafür sind, auszutrocknen. Ein Vorteil der weichen Linsen ist jedoch, dass sie durch ihre flexible Eigenschaft nicht so leicht verrutschen oder herausfallen. Die höhere Sauerstoffdurchlässigkeit, welche gleichsam einen konstanten Flüssigkeitsaustausch im Auge unterstützt, ist das Pro-Argument für harte, formstabile Kontaktlinsen, die wiederum leichter
aus dem Auge fallen können, weil sie nicht enganliegend sind.

„Meine Sportbrille hat auch eine Wirkung auf die Gegner!“
Marie-Cathérine Arnold, Europameisterin 2015 im Rudern (Doppelvierer) und Teilnehmerin bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio, tauschte vor etwa einem Jahr ihre Kontaktlinsen gegen eine Sportbrille mit Gläsern in ihrer Sehstärke ein. „Ich vergaß häufig die Kontaktlinsen zu wechseln und brauchte zusätzlich immer eine Sonnenbrille auf dem Wasser. Nun habe ich alles in einer Brille. Sie schützt mich durch ihre dunkelgetönten Gläser in erster Linie vor den blendenden Lichtreflektionen und den Wasserspritzern, aber ich nutze sie beim Wettkampf auch aus psychologischen Gründen: Mit der Brille wirke ich für meine Gegner tough und undurchschaubar.“

Linsen korrigieren Sehschwäche über Nacht!
Jérôme Kuzio, Geschäftsführer des Kontaktlinsen- und Kontaktlinsenpflegemittelherstellers MPG&E (das Unternehmen ist Sponsor der Deutschen Sporthilfe) hat für Athleten mit Sehschwäche noch eine weitere Option parat:
„Mit unseren DreamLens, den orthokeratologischen Kontaktlinsen, können die Sportler ihre Kurzsichtigkeit, Hornhautverkrümmung oder Alterssichtigkeit auch im Schlaf korrigieren. Die neuartigen Linsen modellieren die Hornhaut der Augen über Nacht. Für mindestens 16 Stunden nach diesem Vorgang ist die Fehlsichtigkeit ausgeglichen und eine Sehhilfe wird tagsüber nicht mehr benötigt.“

Von allen Argumenten unabhängig ist selbstverständlich das persönliche Tragegefühl und dieindividuellen Eigenschaften eines jeden Auges. Jeder Sportler muss also abhängig von den speziellenAnforderungen seiner Sportart und seinem persönlichen Gefühl entscheiden, welche Linsenart für ihn/sie die beste ist, oder ob eine Sportbrille geeigneter erscheint.

Bildquelle:
© Marie-Cathérine Arnold / rio.sportschau.de