Anhaltende Augenprobleme können Kopfschmerzen auslösen – und umgekehrt!

Es gibt viele Arten von Kopfschmerzen und noch viel mehr Ursachen, die diese auslösen. Depressionen, Stress, die klassische Migräne – all das dürfte den meisten Menschen bekannt sein. Deutlich weniger bekannt ist die Tatsache, dass zwischen der optischen Wahrnehmung und Kopfschmerzen ein enger Zusammenhang bestehen kann.

Statistisch gesehen spielen solche Fälle allerdings nur eine untergeordnete Rolle: Nur etwa drei Prozent aller Kopfschmerzen sind auf Augenerkrankungen und/oder Sehstörungen zurückzuführen, stellte eine dänische Studie fest. Klassische Indikationen wie Glaukom, erhöhter Augeninnendruck oder Bindehautentzündungen können theoretisch Kopfschmerzen auslösen, tun es aber in der Regel nicht. Deutlich häufiger ist eine Fehlsichtigkeit (Kurz- oder Weitsichtigkeit) der Auslöser. Auch eine schiefe Achsenlage oder eine so genannte Winkelfehlsichtigkeit stehen in entsprechenden Befunden.

Der Grund: Unser System versucht den Sehfehler selbständig zu korrigieren, was zu einer durchgehenden Anspannung führt. Die Augen ermüden infolgedessen schneller und führen am Ende des Tages zu Kopfschmerzen. Sofern sich solche Schmerzen erst im Laufe des Tages manifestieren und am Morgen zunächst nicht vorhanden sind, ist eine nicht korrigierte Fehlsichtigkeit mit großer Wahrscheinlichkeit das Problem.

Vielfach wird eine Fehlsichtigkeit auch falsch bzw. unzureichend korrigiert. Beispielsweise eignen sich konventionelle Brillen, die eigentlich für das Sehen in der Ferne gedacht sind, nicht immer für stundenlange, konzentrierte Bildschirmarbeit. In solchen Fällen könnte eine Gleitsichtbrille die bessere Wahl sein.

In vergleichsweise seltenen Fällen können Kopfschmerzen wiederum Vorboten von Augenproblemen sein, so beispielsweise infolge von Hirnhautentzündungen oder Druckerhöhungen im Gehirn. Solche signifikanten Erkrankungen zeigen sich zuvor auf verschiedenen anderen Wegen, so beispielsweise durch Übelkeit und Erbrechen.