Alle Jahre wieder: Gereizte Augen in der Pollensaison

Alle Jahre wieder dasselbe Spiel: Wenn Mutter Natur die Pollensaison einläutet, beginnt für Millionen Deutsche eine mal mehr, mal weniger qualvolle Zeit mit Kopfschmerzen, triefender Nase und tränenden Auge. Je nach Quelle sind 15 bis 30 Prozent der Heranwachsenden betroffen. Oftmals beeinträchtigt Heuschnupfen über Jahrzehnte hinweg ihre Lebensqualität. Die gute Nachricht: Dank Pollenflugvorhersagen, ausgefeilten Medikamenten und immer besser informierten Patienten lässt sich das Leiden heutzutage sehr gut in Grenzen halten.

Niesreiz und Schnupfen gehören zur typischen Symptomatik. Im nächsten Schritt sind häufig die Augen betroffen: So verspüren Heuschnupfenbetroffene ein nerviges Jucken, das so manchen zum intensiven Reiben der Augenpartie treibt. Dazu kann Tränenausfluss unterschiedlicher Stärke kommen. Wie auch die anderen Symptome wird das Augenleiden durch Pollen, die in die Nasenschleimhaut gelangen, ausgelöst. Die ungebetenen Gäste provozieren dort eine Entzündung, die einen speziellen Nervenreflex (Axonreflex) nach sich zieht. Dieser wiederum lässt unsere Augen jucken und tränen. Die Erkenntnis ist relativ neu: Erst jüngste Studien legen nahe, dass der so genannte nasal-konjunktivale Axonreflex auch die Augen beeinträchtigt.

Um eine effektive Behandlung abzustimmen, ist zunächst – wie bei jeder anderen Beschwerde auch – genaue Ursachenforschung unabdingbar. Neben Pollen könnten womöglich auch Hausstaubmilben, Schimmelpilzsporen, Tierhaare, Tierschuppen oder gar Nahrungsmittel die Bindehaut reizen. Erst wenn der genaue Auslöser identifiziert ist, kann der Arzt konkrete Schritte zur Besserung aufzeigen.

Spezielle antiallergische Augentropfen sind in den meisten Fällen eine gute Wahl. Bei Menschen mit gering ausgeprägter Allergie verschaffen Tropfen mit so genannten Antihistaminika binnen kürzester Zeit Linderung. In anderen Fällen können Augentropfen auch präventiv eingesetzt werden, um erwartete Beschwerden gar nicht erst aufkommen zu lassen – beispielsweise dann, wenn man einen Ausflug in die Natur plant.