3D-Druck: Relevanz für Optikerbranche wächst immer schneller

Dem 3D-Druck wurde vor ein paar Jahren das Potential zugesprochen etliche Industriezweige komplett auf den Kopf zu stellen, ja teilweise auch abdingbar zu machen. Zugegeben: Die ganz große Welle blieb bislang aus. 3D-Drucker machten jedoch zuletzt teils sehr große Sprünge, wodurch sie kleiner und preiswerter wurden. In bestimmten Branchen, so beispielsweise bei den Automobilzulieferern, stiften Geräte dieser Machart bereits nachhaltigen Mehrwert. Eine kommerziell belastbare Anwendung, die direkt auf Endkonsumenten abzielt, muss man indes noch mit der Lupe suchen: Hier gibt es Modeschmuck aus dem 3D-Drucker, dort individuell geformte Süßigkeiten – alles Nischenvorstöße, die eher auf einen Unterhaltungswert als echten Nutzwert abzielen.

Dabei scheint die Optik doch der perfekte Anwendungssektor für 3D-Druck zu sein: Die Beschaffenheit von Augen und Gesichtern ist höchst individuell ausgeprägt – Kontaktlinsen und Brillengestelle von der Stange müssen dementsprechend häufig mit gewissen Kompromissen einhergehen. Wieso werden beispielsweise Brillengestelle nicht einfach passgenau für ihre Träger ausgedruckt? Tatsächlich findet dies schon heute statt, wie der Zentralverband der Augenoptiker betont. Noch sind die Einflüsse dieser Technologie für den Endverbraucher jedoch kaum spürbar. In den kommenden Jahren dürfte sich dies wesentlich ändern, glauben Optiker und Technologielieferanten gleichermaßen.

Technologisch passiert gerade einiges: Das hessische Unternehmen Framelapp beispielsweise hat einen Kopfscanner entwickelt, der die individuellen Gesichtsmerkmale eines Brillenträgers millimetergenau vermessen und an einen 3D-Drucker weiterleiten kann. Lösungen wie diese könnten eine Chance für stationäre Optiker darstellen, die immer häufiger mit reinen Onlineversendern um Kunden buhlen müssen. Alleine im Jahr 2014 gingen mehr als 650.000 Brillen über die virtuelle Ladentheke – Tendenz steigend.

Aktuell werden 3D-Drucker vereinzelt zur Herstellung vergleichsweise kostspieliger Designbrillen verwendet. Da die Basistechnologien wie erwähnt preiswerter und die Ergebnisse immer qualitativer werden, erscheint der Sprung in den Massenmarkt gar nicht weit. Große Optikerketten wie Fielmann beobachten die Entwicklung jedenfalls ganz genau, wie es in der Branche heißt. Von einem Nischentrend kann man daher sicherlich nicht mehr sprechen.