24-Stunden-Kontaktlinsen: Vor- und Nachteile von Ganztagessehhilfen

Viele der knapp 3,5 Millionen Kontaktlinsenträger in Deutschland kennen das Problem: Irgendwann einmal fällt man nach einem langen Tag müde ins Bett, ohne zuvor die Kontaktlinsen abgenommen zu haben. Bestenfalls ist das Auge am nächsten Tag nur etwas trocken. Wahrscheinlich sind jedoch starke Rötungen. Zudem saugen sich die Kontaktlinsen über Nacht so stark am Auge fest, dass sich das Entfernen nur mühsam gestaltet. Kurzum: Trotz erheblicher Fortschritte in der Augenheilkunde sind Kontaktlinsen auch weiterhin nur eingeschränkt für den 24-Stunden-Gebrauch vorgesehen.

Mittlerweile sind zahlreiche Linsen auf dem Markt, die über einen längeren Zeitraum – in der Regel einen Monat – ohne Abnehmen getragen werden können. Dabei handelt es sich wohlgemerkt um eine individuelle Anwendungsempfehlung des jeweiligen Herstellers, keinesfalls um eine allgemeingültige fachärztliche Zulassung. Für Kontaktlinsen besteht nämlich kein gesondertes Prüfungsverfahren in Deutschland.

Für gewöhnlich raten Augenmediziner von Dauerlinsen eher ab. Der Grund liegt auf der Hand: Durch die Schutzschicht der Kontaktlinse wird die Hornhaut über Stunden hinweg unterversorgt und damit unnötigen Strapazen ausgesetzt. Ältere Generationen von Kontaktlinsen waren weitgehend luftundurchlässig und damit definitiv nicht für den Dauergebrauch geeignet.

Die neuste Generation der Monatslinsen setzt dagegen auf eine extrem luftdurchlässige Konstruktion. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um ein spezielles Silikongel. Durch dauerhaften Sauerstoffmangel entstehende Schäden an der Hornhaut gehören dank dieses Materialfortschritts mittlerweile der Vergangenheit an, wie Augenheilkunde-Spezialisten immer häufiger konstatieren.

Im Vergleich zur herkömmlichen Brille bergen sämtliche Formen von Kontaktlinsen vor allem ein Hygieneproblem: Setzen sich Bakterien unter der Kontaktlinse fest, ist eine Augeninfektion wahrscheinlich. Im Vergleich zu Brillenträgern verläuft diese in den meisten Fällen intensiver. Bei Linsen, die über einen längeren Zeitraum getragen werden, ist das Hygienerisiko aus naheliegenden Gründen stärker ausgeprägt – eine regelmäßige Pflege durch den Träger ist dementsprechend unabdingbar.